Dienstag, 2. Juli 2013

Der große kleine Unterschied

"Lars du kannst dir die Wasserflasche doch alleine aufmachen!"
"Max soll ich dir helfen mit der Wasserflasche?!"

Zwei Kinder. Eine Aufgabe. Eine Erzieherin, die als Vertretung in der Gruppe ist.
Lars und Max sind beide etwa gleich alt. Beide 3 Jahre und 7 Monate. Beide sind Jungs, beide sehr aufgeweckt und neugierig. Der eine soll die Flasche alleine aufmachen, dem anderen wird sofort Hilfe angeboten.
Der Unterschied der beiden? Etwa 23cm. Max ist 1,00 Meter groß, Lars dagegen 1,23 Meter.

Im Alltag im Kindergarten kommt es immer wieder zu solchen Situationen. Lars werden oft Aufgaben zugetraut, die er noch nicht erledigen kann. Einfach weil man ihn für älter hält, als er ist. Man hat oft andere Erwartungen an ihn und muss sich immer wieder in den Kopf rufen, dass er eben erst DREI ist. Das passiert auch der Mama öfter. Sie hat noch einen sechsjährigen Sohn, der etwa 5cm größer ist.

Max hat andere Probleme im Alltag. Er wird, auch wegen seines kindchenhaften Gesichts, für jünger gehalten. Ab und zu nutzt er das aus. So lässt er sich gerne die Schuhe anziehen und zu machen, weil er das ja angeblich noch nicht kann. Wenn man ihm aber nicht hilft und sagt, dass er das alleine schafft, fängt er erst an zu weinen und wird bockig. Das legt sich aber nach wenigen Minuten und dann macht er sich die Schuhe auch alleine zu.

Als Erzieherin hat man nun die Aufgabe beiden Kindern die gleichen Sachen zuzutrauen, obwohl der eine so viel "erwachsener" scheint. Nebenbei sind da aber auch noch 18 andere Kinder in der Gruppe, die man ebenso bedenken muss.
Da ist nichts mit "nur spielen und basteln".

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