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Dienstag, 2. Juli 2013

Der große kleine Unterschied

"Lars du kannst dir die Wasserflasche doch alleine aufmachen!"
"Max soll ich dir helfen mit der Wasserflasche?!"

Zwei Kinder. Eine Aufgabe. Eine Erzieherin, die als Vertretung in der Gruppe ist.
Lars und Max sind beide etwa gleich alt. Beide 3 Jahre und 7 Monate. Beide sind Jungs, beide sehr aufgeweckt und neugierig. Der eine soll die Flasche alleine aufmachen, dem anderen wird sofort Hilfe angeboten.
Der Unterschied der beiden? Etwa 23cm. Max ist 1,00 Meter groß, Lars dagegen 1,23 Meter.

Im Alltag im Kindergarten kommt es immer wieder zu solchen Situationen. Lars werden oft Aufgaben zugetraut, die er noch nicht erledigen kann. Einfach weil man ihn für älter hält, als er ist. Man hat oft andere Erwartungen an ihn und muss sich immer wieder in den Kopf rufen, dass er eben erst DREI ist. Das passiert auch der Mama öfter. Sie hat noch einen sechsjährigen Sohn, der etwa 5cm größer ist.

Max hat andere Probleme im Alltag. Er wird, auch wegen seines kindchenhaften Gesichts, für jünger gehalten. Ab und zu nutzt er das aus. So lässt er sich gerne die Schuhe anziehen und zu machen, weil er das ja angeblich noch nicht kann. Wenn man ihm aber nicht hilft und sagt, dass er das alleine schafft, fängt er erst an zu weinen und wird bockig. Das legt sich aber nach wenigen Minuten und dann macht er sich die Schuhe auch alleine zu.

Als Erzieherin hat man nun die Aufgabe beiden Kindern die gleichen Sachen zuzutrauen, obwohl der eine so viel "erwachsener" scheint. Nebenbei sind da aber auch noch 18 andere Kinder in der Gruppe, die man ebenso bedenken muss.
Da ist nichts mit "nur spielen und basteln".

Mittwoch, 26. Juni 2013

Abschied die zweite

Ich werde die Kita wechseln. Seit gestern ist es offiziell.
Dass ich nicht mehr lange da sein werde, war schon länger klar, aber nun ist es Sicherheit. Mein Abschied war bereits für gestern geplant, passte also.

So wurde ich gestern im Morgenkreis von Kindern umringt, jeder wollte schließlich ein letztes Mal neben mir sitzen. Als dann die Sprache auf meine neue Arbeitsstelle kam, wollten zwei Kinder die Kita wechseln, damit sie bei mir bleiben können. Eines erzählte sogar seiner Mama von diesem Wunsch. Ich bin gespannt wie sie ihm das erklärt.

Aber auch in mir tobte ein Sturm aus Gefühlen. 'Meine' Kinder verlassen? Ich hab sie ein Jahr lang begleitet. Habe ihre Tränen getrocknet, mit ihnen gegen ihre Ängste gekämpft und viele kleine Wunder entdeckt. Ich denke, dass sie aber auch weiterhin in diesem Kindergarten eine wunderbare Zeit haben werden.

Auf mich warten neue Aufgaben und neue Kinder. Aber erstmal habe ich noch ein bisschen frei und meine allerletzten Tage in 'meiner' Kita.

Montag, 24. Juni 2013

Abschied nehmen

Heute ist der Tag der Tage! Schultütenfest.
Das ist für alle bewegend.
Für die Kinder, weil sie nun offiziell "groß" sind und in die Schule gehen.
Für die Eltern, weil eine neue Zeit beginnt und eine alte ihr Ende findet.
Für die Erzieher, weil sie die Kinder teilweise 4 Jahre begleitet haben und sie nun Abschied nehmen müssen.

Klar, dass da das eine oder Tränchen fließt und man schwer schlucken muss. Vor allem dann, wenn man persönlich von den Eltern noch liebe Worte bekommt. Man hört, dass Zuhause viel über einen geredet wird, weil man bei den Kindern Eindruck hinterlässt und sie sich aufgenommen, verstanden und einfach nur wohl fühlen.
Für genau sowas lohnt sich das Erzieher-Da-Sein.


Freitag, 21. Juni 2013

Eindeutigkeiten

Da ich heute in einer anderen Gruppe als Vertretung war, hatten 'meine' Kinder nicht viel von mir. Entsprechend war die Sehnsucht ihrerseits.
Kaum war ich wieder da, hatte ich fünf Kinder, die an mir hingen und Nähe suchten. Kann man mehr Bestätigung bekommen? Kaum.

Einer der Kleinsten wollte dann auch auf den Schoß. Gerne doch. Nach den üblichen Hoppe-Hoppe-Reiter und Co. lag er in meinen Armen, wie ein Baby. Daraufhin konnte ich mir einen kleinen Scherz nicht verkneifen. So ergab sich Folgendes:

Ich: "Oooooh wie ein Baby. Willst du Mittagsschlaf machen?"
Max: "Naaaaain! Is bin kain Beeebi!"
Ich: "Wieso denn nicht?"
Max: "Is hab schon lange Beine."

Natürlich. Lange Beine machen das aus. Vor allem wenn man bedenkt, dass Max mit seinen 3,5 Jahren zu den Kleineren zählt mit seinen 102cm.